„Seht ihr das denn genauso, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben? Dass alle Menschen in einer Stadt dazugehören? Und dass alle Menschen ein Restaurant besuchen können?" Mit diesen Worten begrüßte Bianca Broda die Gäste zu unserem Live-Podcast in der Nikolaikirche in Lübbenau. Sie lud zu einem intensiven Gespräch mit Michael Reymann, Anna Bresching und Laura-Marie Jurk ein, die von ihrem Leben vor Ort berichteten. Dabei wurde schnell deutlich, dass alle drei einen ähnlichen Alltag schilderten – einen Alltag, der leider noch immer geprägt ist von baulichen Barrieren, aber auch von Barrieren in den Köpfen der Gesellschaft.
Anna berichtete beispielsweise, dass sie ihre Tochter oft nicht auf den Spielplatz begleiten oder ein Restaurant besuchen kann, weil die Eingänge nur über Treppen erreichbar sind. Michael sprach darüber, wie schwierig es für ihn ist, im digitalen Alltag anonym zu bleiben. Und Laura-Marie fragte sich, ob eine traditionelle Kahnfahrt mit dem Rollstuhl überhaupt möglich wäre. Auch das Publikum meldete sich zu Wort – mit eigenen Erfahrungen rund um Barrieren in Wohnungen und den alltäglichen Hürden bei einer Hörbeeinträchtigung.
Für die perfekte emotionale und musikalische Umrahmung des Abends sorgte die Band „Einklang“. Die Formation, die komplett aus Klienten unserer Werkstätten besteht, begeisterte das Publikum unter der Leitung von Einrichtungsleiter Sven Born und zeigte eindrucksvoll, was gelebte Inklusion bedeutet.
Nachdem so viele Impulse zum Nachdenken gesetzt worden waren, wurde die Ausstellung „Ich bins – ganz anders" feierlich eröffnet. Das Fotoprojekt von Bewohnerinnen und Bewohnern einer besonderen Wohnform bricht ganz bewusst mit Zuschreibungen, hinterfragt gesellschaftliche Erwartungen und zeigt Menschen genau so, wie sie sind – vielfältig, charakterstark und „ganz anders normal“.
Den kompletten Podcast gibt es hier zu hören: https://www.youtube.com/live/alQhsmSoi60 - Lohnt sich!
