Das Jahr 2025 war für uns geprägt von intensiven Begegnungen, kreativen Projekten und einer starken Verbindung von Theorie und Praxis. Im Mittelpunkt stand dabei immer die Frage: Was braucht es, um angehende Erzieher*innen gut auf die pädagogische Realität vorzubereiten – fachlich, persönlich und menschlich?
Wenn Geschichte persönlich wird
Ein besonderes Highlight war das Projekt „89/90 – wenn alles anders wird: damals – heute – ich“, das wir gemeinsam mit der Stadt Lübbenau, der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und dem Projektbüro LÜBBENAUBRÜCKE umsetzten. Den Auftakt bildete im März ein Cartoonworkshop im Kulturzentrum Gleis 3 in Lübbenau, in dem sich unsere Lernenden der Fachrichtung Sozialpädagogik kreativ mit der Wendezeit auseinandersetzten – und mit ihrer eigenen Biografie.
Unterstützt wurden sie dabei von Michael Hensel, Mitarbeiter der LÜBBENAUBRÜCKE, und Susanne Kschenka, Referentin für politisch-historische Erwachsenenbildung der LAkD aus Potsdam. Die entstandenen Cartoons waren weit mehr als Zeichnungen: Sie eröffneten Räume für Gespräche über Identität, gesellschaftlichen Wandel und persönliche Prägungen – Themen, die auch im pädagogischen Alltag von zentraler Bedeutung sind.
Im Rathaus Lübbenau stellten wir die Arbeiten im September im Rahmen der Kennenlernwoche den neuen Erzieherklassen vor. Mithilfe unterschiedlicher Methoden der Biografiearbeit kamen das erste und zweite Ausbildungsjahr miteinander ins Gespräch. Erfahrungen aus der Ausbildung wurden geteilt, Perspektiven gewechselt und der Austausch zwischen den Jahrgängen gestärkt. Für das leibliche Wohl sorgte dabei die Suppeninsel aus Lübbenau – ein schönes Beispiel für gelebte Gemeinschaft.
Raum für schwere Themen
Einen weiteren bedeutsamen Moment erlebten wir mit den Schüler*innen des dritten Ausbildungsjahres bei einem besonderen Nachmittag zum Thema Trauer und Tod. Begleitet wurde dieser von Kathrin Schreier, Trauerrednerin und Trauerbegleiterin.
In einem geschützten Rahmen setzten sich die angehenden pädagogischen Fachkräfte mit eigenen Erfahrungen auseinander – persönlich wie beruflich. Frau Schreier stellte zudem ihre Arbeit und Unterstützungsangebote für Zugehörige vor. Ein Thema, das berührt und herausfordert, aber auch im pädagogischen Alltag immer wieder präsent ist. Umso wertvoller ist das Wissen, dass es professionelle Begleitung und Unterstützung gibt.
Praxis erleben – mit allen Sinnen
Den Abschluss des Jahres bildete ein eindrucksvoller Praxiseinblick: Die ETZ 23 besuchte eine Kindertageseinrichtung in Cottbus. Die Leiterin nahm sich Zeit, um unseren Lernenden die Umsetzung des neuen Bildungsplans anschaulich darzustellen.
Anhand des Raumkonzepts, der Spiel- und Beschäftigungsmaterialien sowie der Qualitätsentwicklung und der damit verbundenen Teamarbeit wurde deutlich, wie pädagogische Theorie in der Praxis lebendig wird. Aspekte wie Vielfalt – bezogen auf Herkunft, Religion und Beeinträchtigungen – wurden ebenso thematisiert wie Herausforderungen und Entwicklungspotenziale im Prozess der Umgestaltung von Bildungsumgebungen. Unsere Lernenden hatten die Möglichkeit, ihr erworbenes Fachwissen praxisnah zu reflektieren und mit allen Sinnen zu erleben.
Dank für gelebte Ausbildung
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten, die Ausbildung auch außerhalb des Lernortes Schule ermöglichen. Sie schaffen Lern- und Erfahrungsräume, in denen angehende Erzieher*innen Haltung, Fachlichkeit und Verantwortung entwickeln können.
Blick nach vorn – Ausblick auf 2026
Mit diesem Rückenwind starten wir motiviert in das Jahr 2026. Ein besonderer Schwerpunkt wird eine Projektwoche zum Thema nachhaltige Entwicklung sein. Diese bietet unseren Schüler*innen die Chance, sich jahrgangs- und ausbildungsübergreifend intensiv mit selbstgewählten Projekten auseinanderzusetzen. Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur theoretisch betrachtet, sondern kreativ, praktisch und im gemeinsamen Austausch erlebbar gemacht.
Ein weiterer wichtiger Termin steht bereits fest: Interessierte haben die Möglichkeit, sich vor Ort über die verschiedenen Ausbildungsgänge, das Schulleben und die pädagogische Arbeit zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Für die Abschlussklassen beginnt zudem eine besonders bedeutende Phase: die geeigneten Verfahren. In diesen weisen die angehenden Fachkräfte ihre beruflichen Handlungskompetenzen nach – ein wichtiger Schritt auf dem Weg in den pädagogischen Beruf und zugleich Ausdruck einer intensiven Ausbildungszeit.
Der Jahresrückblick 2025 und der Ausblick auf 2026 zeigen: Pädagogische Ausbildung bedeutet für uns, Vergangenheit zu reflektieren, Gegenwart aktiv zu gestalten und Zukunft verantwortungsvoll vorzubereiten – für junge Menschen und für die Sozialpädagogik von morgen.
