12.06.2026
"Unterwegs mit Herz" - Reisetagebuch Nr. 3
Stove 18. - 22. Mai 2026
AWOBBSued/ASchwember

Wenn Vertrautes wieder neu wird

Morgen startet bereits unsere dritte Reise „Unterwegs mit Herz“ nach Stove. Das Ferienhaus ist inzwischen vertraut geworden, doch die Reise selbst beginnt wieder ganz neu – mit anderen Tagesgästen, neuen Begegnungen und neuen Geschichten, die erst noch entstehen dürfen.

Schon jetzt wächst die Vorfreude im Team. Denn auch wenn der Ort bekannt ist, bringt jede Reisegruppe ihre eigene Stimmung, ihre eigenen Gespräche und besondere Momente mit. Oft sind es gerade die kleinen Augenblicke, die am meisten bleiben: Ein erstes gemeinsames Lachen, der Blick aufs Meer oder das stille Staunen darüber, einfach mal raus aus dem Alltag zu sein. Dass diese Reisen nun bereits zum dritten Mal stattfinden, zeigt, wie wertvoll solche Auszeiten geworden sind. Aus einem Angebot ist inzwischen etwas entstanden, worauf sich Tagesgäste und Mitarbeitende gleichermaßen freuen. Stove wurde dabei fast ein wenig zum festen Ankerpunkt, voller kleiner Erinnerungen, die jedes Mal neu wachsen, während jede Reise ihre eigene Geschichte schreibt.

Tag 1: Sonne zum Ankommen

Heute hieß es: Koffer verstauen, Plätze einnehmen und gemeinsam Richtung Ostsee starten! Die Hinreise verlief angenehm ruhig und ohne Zwischenfälle – fast so, als hätte auch die Straße gewusst, dass wir einfach nur entspannt ankommen wollten. Am Hafen in Wismar legten wir einen kurzen Halt ein, um frische Fischbrötchen zu holen. Der Duft allein macht schon gute Laune, und spätestens da war das Gefühl da: „Jetzt beginnt die Auszeit wirklich.“ Das Wetter meinte es besonders gut mit uns: Sonne, milde Temperaturen und dieses goldene Licht, das alles ein wenig leichter wirken lässt. Am Ferienhaus angekommen, wurde erstmal die Terrasse in Beschlag genommen. Dort wurde erzählt, gelacht, beobachtet und einfach der Moment genossen. Manche saßen still in der Sonne, andere kamen schnell ins Gespräch. Aus fremden Gesichtern wurde langsam eine Gemeinschaft.

Am Abend machten wir noch einen kleinen Spaziergang, um nach der langen Autofahrt die Beine zu vertreten und wieder in Bewegung zu kommen. Zurück im Ferienhaus wartete dann schon ein ganz besonderer Moment: Frau Gretzbach hatte genau heute Geburtstag! Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, gemeinsam auf sie anzustoßen. Für morgen kündigt der Wetterbericht Regen an. Die Ostsee bleibt eben norddeutsch – ein bisschen Sonne, ein bisschen Wind, ein bisschen Überraschungspaket inklusive.

Tag 2: Regen draußen, Wärme drinnen

Der zweite Tag unserer Reise begann genau so, wie der Wetterbericht es angekündigt hatte: grau, regnerisch und typisch norddeutsch. Doch unsere Stimmung ließ sich davon nicht wirklich beeindrucken. Kurzerhand wurde die Planung etwas angepasst – und manchmal entstehen gerade daraus die schönsten Momente. Am Vormittag führte uns der Weg erneut zur Mühle nach Stove. Dort wartete nicht nur der Duft von frischem Teig, sondern auch wieder viel Handwerk auf uns. Mit viel Freude wurde geknetet, geformt und ausprobiert. Zwischendurch hörten wir spannende Erzählungen rund um die Mühle und ihre Geschichte. Es sind genau die Orte, an denen man merkt, wie viel Ruhe und Kraft in alten Traditionen steckt.

Da das Wetter weiterhin eher „Regenjacke statt Sonnenhut“ sagte, entschieden wir uns dazu, einen Teil des ursprünglich geplanten Programms vorzuziehen. So fuhren wir nach Kühlungsborn, wo wir mit der Molli-Bahn bis nach Bad Doberan reisten. Trotz des Regens machte die Fahrt allen Beteiligten großen Spaß. Am Abend waren alle spürbar erschöpft vom Tag, gleichzeitig aber auch zufrieden und dankbar über das gemeinsam Erlebte. Nach dem Abendbrot ließen wir den Tag mit einem gemütlichen Gesellschaftsspiel ausklingen. Und wieder zeigte sich, wie viel in diesen gemeinsamen Stunden steckt: Geschichten aus früheren Zeiten, lustige Streiche, Lebenserfahrungen und kleine Erinnerungen, die plötzlich wieder lebendig werden. Es ist immer wieder beeindruckend, wie aus Gesprächen nach und nach Verbindung entsteht. Fast nebenbei. Wie guter Hefeteig eben – der braucht auch nur ein bisschen Zeit und Wärme.


Tag 3: Zwischen Meereswind und Abendstimmung

Unser letzter voller Tag begann nach dem Frühstück mit einem Ausflug nach Rerik. Dort stand die Haffrundfahrt auf dem Programm, und das Wetter zeigte sich noch einmal von seiner schönsten Seite. Die Sonne meinte es gut mit uns, sodass der Großteil der Fahrt oben an Deck verbracht wurde. Mit Wind im Gesicht und dem Blick auf das weite Wasser entstanden viele ruhige, schöne Momente. Selbst ein Erinnerungsfoto mit dem Kapitän durfte am Ende natürlich nicht fehlen!

Am Nachmittag führte der Weg uns weiter zur Seebrücke nach Kühlungsborn. Dort sorgte Frau Ziebarth für einen ganz besonderen Augenblick: Mutig ging sie mit ihren Füßen ins eiskalte Ostseewasser! Mit einem Lächeln sagte sie: „Wenn ich schon mal an der Ostsee bin, möchte ich auch baden gehen.“ Ein kleiner Satz, der eigentlich alles beschreibt, worum es bei dieser Reise ging: Wünsche ernst nehmen, Erinnerungen schaffen und einfach das Leben spüren. Wie schön die gemeinsamen Tage waren, zeigte auch die Reaktion von Bringfriede Walther ganz direkt. Sie fragte tatsächlich nach einer Verlängerung des Urlaubs. Ein größeres Kompliment kann man vermutlich kaum bekommen!

Am Abend wurde es dann ruhiger. Die Koffer wurden gepackt, letzte Gespräche geführt, zusammen Wunschmusik gehört und man merkte deutlich, wie erlebnisreich die vergangenen Tage gewesen sind. Morgen geht es zurück nach Hause. Wie oft am Ende einer Reise liegt etwas Merkwürdiges in der Luft: Vorfreude aufs eigene Zuhause und gleichzeitig ein kleines bisschen Wehmut, weil diese gemeinsame Zeit nun schon wieder vorbei ist.


Tag 4: Heimweg mit vielen Erinnerungen im Gepäck

Nach dem Frühstück hieß es heute Abschied nehmen von Stove und die Heimreise antreten. Zunächst verlief die Rückfahrt ruhig und problemlos. Doch unterwegs wurden wir plötzlich von einer Vollsperrung ausgebremst. Kurz vor unserer Heimat kam dann noch eine weitere Umleitung dazu, sodass die Heimreise deutlich länger dauerte als ursprünglich geplant. Solche Dinge gehören manchmal einfach dazu – planbar ist das Leben eben selten, egal ob im Alltag oder auf Reisen. Trotz allem blieb die Stimmung ruhig und gelassen. Das Wichtigste zählt am Ende: Wir sind alle gut zu Hause angekommen. Und vermutlich werden nicht die längeren Straßen oder Wartezeiten in Erinnerung bleiben, sondern die gemeinsamen Tage voller Gespräche, Lachen, kleiner Abenteuer und besonderer Augenblicke.


Ein Blick zurück und vielleicht schon ein wenig nach vorn

Mit dieser Reise endet nun bereits die dritte Tour nach Stove. Dreimal derselbe Ort, das gleiche Ferienhaus. Und doch war keine Reise wie die andere. Jedes Mal kamen neue Tagesgäste zusammen, neue Gespräche entstanden, neue Erinnerungen wurden geschrieben. Und genau das hat gezeigt: Nicht allein der Ort macht eine Reise besonders, sondern die Menschen, die sie miteinander erleben.

Stove hat uns in den vergangenen Reisen viel geschenkt: frische Ostseeluft, gemeinsames Lachen und kleine Glücksmomente, die lange nachwirken werden. Doch vielleicht wird es auch langsam Zeit für ein neues Kapitel. Vielleicht zieht es uns im nächsten Jahr einmal in eine ganz andere Richtung. Statt Möwen und Meeresrauschen vielleicht Berge, klare Bergluft und ein Panorama aus grünen Hängen. Eins bleibt dabei sicher: Egal wohin die Reise geht, das Wichtigste werden weiterhin die gemeinsamen Momente sein. Denn genau daraus entstehen Erinnerungen, die bleiben.

Zum Abschluss möchte ich mich auch herzlich bei meinen beiden mitreisenden Kolleginnen bedanken. Solche besonderen Vorhaben lassen sich nicht allein umsetzen. Es braucht Unterstützung, Vertrauen, Zusammenhalt und Menschen, die mit Herz dabei sind. Genau das war auf dieser Reise spürbar – im Miteinander mit unseren Tagesgästen, aber auch im Team.

Nun endet die dritte Reise „Unterwegs mit Herz“. Was bleibt, sind Erinnerungen an sonnige Stunden am Meer, gemeinsames Staunen, neue Begegnungen und das gute Gefühl, zusammen eine besondere Zeit erlebt zu haben. Manche Reisen dauern nur wenige Tage und bleiben trotzdem für immer im Herzen hängen.

Für „Unterwegs mit Herz“

Herzliche Grüße,
Anne Schwember

Ein wunderschönes Feedback, das uns im Nachgang erreichte:

Ein ganz herzliches Dankeschön an die Betreuerinnen von der AWO-Tagespflege Calau, die uns so wunderschöne Urlaubstage an der Ostsee ermöglicht haben!

Wir wurden rundum so liebevoll um- und versorgt. Die Ausflüge waren super organisiert und sie werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wir haben uns in der Gemeinschaft sehr wohl gefühlt und sind sehr dankbar, dass es noch Menschen gibt, die ihre Arbeit mit ganz viel Liebe machen und sich so rührend um alte, hilfsbedürftige Menschen kümmern.

Nochmals ein großes DANKE für die schönen Tage und für Alles sagen: Peter und Bringfriede Walther aus Lübbenau.