Wer ist Lotte?
Lotte Lemke – Die Macherin im Hintergrund. Lotte war keine, die lange fackelte, sondern eine, die anpackte. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute sie die AWO, die von den Nazis verboten worden war, praktisch im Alleingang wieder mit auf. Während andere noch redeten, organisierte Lotte bereits Hilfen für Geflüchtete, Kinder und Familien in Not. Sie war der Motor der Organisation, absolut furchtlos und fest davon überzeugt, dass Solidarität kein leeres Wort ist, sondern Taten braucht.
- Warum sie heute noch wichtig ist: In Zeiten, in denen viel im Netz gecovert, aber wenig im echten Leben bewegt wird, ist Lotte das perfekte Vorbild. Sie steht für „Machen statt Quatschen“ und beweist, dass echter Zusammenhalt die stärkste Waffe gegen die Krise ist.
Wer ist Marie?
Marie Juchacz – Die Frau, die sich einfach das Wort nahm. Stell dir vor, Frauen dürfen nicht wählen, nicht mitbestimmen und sollen in der Politik am besten gar nicht auftauchen. Marie fand das schon vor über 100 Jahren komplett absurd. Sie gründete 1919 kurzerhand die AWO, um Menschen zu helfen, die am Rand der Gesellschaft standen. Und sie schrieb Geschichte: Sie war die allererste Frau, die jemals eine Rede in einem deutschen Parlament gehalten hat. Ihr Ding war Gerechtigkeit – nicht nur für Frauen, sondern für alle.
- Warum sie heute noch wichtig ist: Weil Marie uns zeigt, dass man sich Rechte nicht erbetteln muss, sondern sie sich nimmt. Sie erinnert uns daran, dass jede Stimme zählt und wir unsere nutzen sollten, um die Welt ein Stück fairer zu machen.
Wer ist Ich?
Dazu gehört nur eine Person: DU selbst. Marie, Lotte und Regine haben damals den Grundstein gelegt, aber Geschichte wird nicht in der Vergangenheit geschrieben – sondern hier und jetzt. „Ich“ bist du, wenn du nicht wegschaust, wenn jemand dumm von der Seite angemacht wird. „Ich“ bist du, wenn du auf Social Media Kontra gibst, statt einfach weiterzuscrollen. Und „ich“ bist du, wenn du am 8. Juli mit uns in Lübbenau stehst, feierst und zeigst, dass unsere Generation keinen Bock auf Hass hat.
- Warum DU heute so wichtig bist: Weil eine tolerante Gesellschaft kein Selbstläufer ist. Die drei Frauen aus unserer Geschichte können heute nicht mehr laut sein – das müssen wir übernehmen. Jedes Mal, wenn du den Mund aufmachst, dich für andere einsetzt oder einfach Gesicht zeigst, bist du der Beweis dafür, dass hinter unserer großen Klappe verdammt viel Zukunft steckt.
Und noch mehr "große Klappen"
Regine Hildebrandt – Die Frau mit Herz und „großer Klappe“. Regine ist Kult – besonders hier bei uns in Brandenburg! Als Politikerin nach dem Mauerfall war sie dafür bekannt, dass sie kein Blatt vor den Mund nahm. Sie redete so, wie ihr der Schnabel gewachsen war, und kämpfte leidenschaftlich für die Menschen, die durch die Wende ihren Job oder Halt verloren hatten. Sie hatte ein riesiges Herz, aber eben auch eine „große Klappe“, wenn es darum ging, soziale Ungerechtigkeit lautstark beim Namen zu nennen.
- Warum sie heute noch wichtig ist: Regine zeigt uns, dass Politik nicht steif und langweilig sein muss. Sie ist das beste Beispiel dafür, dass man authentisch bleiben, seine Meinung laut sagen und sich trotzdem (oder gerade deshalb) mit vollem Herzen für andere einsetzen kann.
Louise Schroeder – Die Krisen-Managerin von Berlin. Wenn es brennt, laufen viele weg – Louise lief genau mittendrin. Sie hat 1919 nicht nur geholfen, die AWO im Norden aufzubauen, sondern saß im selben Jahr als jüngstes Mitglied überhaupt in der Nationalversammlung. Als die Nazis an die Macht kamen, bekam sie sofort Berufsverbot, hielt aber im Widerstand trotzdem an ihren Werten fest. Der absolute Hammer kam nach dem Zweiten Weltkrieg: Mitten im Chaos wurde sie Oberbürgermeisterin von Berlin und hat die völlig zerstörte Stadt buchstäblich wieder mit aufgebaut.
- Warum sie heute noch wichtig ist: Weil Louise beweist, dass Alter nur eine Zahl ist. Sie hat als jüngste Abgeordnete angefangen und später eine ganze Millionenmetropole durch die schlimmste Krise gesteuert. Sie zeigt uns: Trau dir verdammt noch mal was zu!
Clara Zetkin – Die Erfinderin des Weltfrauentags. Clara war eine absolute Revolutionärin, Vordenkerin und hatte eine legendäre Redebegabung. Schon vor über 140 Jahren kämpfte sie leidenschaftlich dafür, dass Frauen und Männer absolut die gleichen Chancen haben und Herkunft oder Armut keine Rolle spielen dürfen. Ihr habt sicher schon vom Internationalen Frauentag gehört? Genau den hat Clara ins Leben gerufen, um ein weltweites Zeichen für Frauenrechte, Zusammenhalt und Selbstbestimmung zu setzen. Sie ließ sich selbst in den härtesten Zeiten niemals den Mund verbieten.
- Warum sie heute noch wichtig ist: Der Frauentag ist heute weltweiter Kult – und Clara erinnert uns daran, dass jede große Bewegung mit einer Person anfängt, die laut „Es reicht!“ sagt. Sie ist die ultimative Inspiration, wenn es darum geht, für Gleichberechtigung auf die Straße zu gehen.
Heinz Felker – Unser Lübbenauer Doc mit dem richtigen Riecher. Heinz war nicht nur Arzt, Handballer und Diplomat hier in Lübbenau, sondern vor allem ein begnadeter Lobbyist für die Menschen vor Ort. Nach der Wende hat er sein ganzes Leben der AWO verschrieben. Er war der Typ, der den Laden zusammengehalten hat, als im Osten nach dem Mauerfall alles im Umbruch war. Er hat den AWO Verband gerettet, wieder auf die Beine gestellt und alles mit einer riesigen Portion Humor genommen. Ohne Heinz gäbe es unseren heutigen AWO Bezirksverband Brandenburg Süd e. V. schlichtweg gar nicht!
- Warum er heute noch wichtig ist: Weil Heinz uns zeigt, dass man mit einem Lächeln im Gesicht, Teamgeist und echter Leidenschaft Berge versetzen kann. Er ist der Beweis dafür, dass man direkt vor der eigenen Haustür in Lübbenau die Welt für die Menschen verändern kann.
Christoph Eigenwillig – Der Ehrenbürger, der Barrieren eingerissen hat. Christoph kam mit 22 Jahren als junger Lehrer nach Lübbenau und hat hier sein absolutes Lebenswerk gestartet. Er hatte eine ganz klare Mission: Menschen mit Behinderungen gehören mitten in die Gesellschaft, nicht an den Rand. Trotz tonnenweise Gegenwind und bürokratischer Widerstände – sowohl zu DDR-Zeiten als auch nach der Wende – zog er sein Ding durch und gründete großartige Netzwerke und Einrichtungen. Für diesen unermüdlichen Kampf für Inklusion wurde er zum Ehrenbürger von Lübbenau ernannt und bekam sogar das Bundesverdienstkreuz.
- Warum er heute noch wichtig ist: Weil Christoph uns zeigt, was echter „Gestaltungswille“ bedeutet. Er hat sich nicht beschwert, dass die Welt ungerecht ist, sondern hat die Politik und die AWO genutzt, um Barrieren in den Köpfen und im Alltag einfach abzureißen.
