28.04.2026
Unsere Zukunft zählt!
Wir setzen ein klares Zeichen gegen den Bildungsnotstand und fordern nachhaltige Investitionen in unsere Kinder.
AWOBBSued/SKlawonn

Menschen, die sonst oft nebeneinander arbeiten, sind in unserer Region miteinander ins Gespräch gekommen: Eltern, Fachkräfte aus den Kita-Ausschüssen, engagierte Kita-Leitungen sowie Vertreter der Kreis-Kita-Elternbeiräte. Besonders wertvoll war der direkte Dialog mit Entscheidungsträgern wie Sybill Radig (AWO LAG), den Landtagsabgeordneten Nadin Graßmehl und Wolfgang Roick sowie dem Kreistagsvorsitzenden Olaf Schulze.

Es ging uns um den Austausch, Perspektivwechsel und klare Forderungen – denn es geht um unsere Kinder, um ihre Zukunft und um die Bedingungen, unter denen sie aufwachsen. In den Vorstellungsrunden und den Impulsen aus Elternsicht und Praxis wurde eines deutlich: Die Herausforderungen sind real – und sie sind dringend.

Als wir gemeinsam die Probleme gesammelt haben, entstand ein ehrliches, teilweise erschütterndes Bild: Politische Entscheidungen, die den Alltag in den Kitas massiv beeinflussen. Überlastete Teams durch unzureichende Rahmenbedingungen. Gesetzliche Vorgaben, die sinnvoll sind – aber oft ohne die nötigen Ressourcen umgesetzt werden müssen.

Und doch: Statt Resignation war da etwas anderes. Klarheit. Mut. Und der Wille, Dinge zu verändern. Wir haben die Themen sortiert – pädagogische Prozesse, politische Entscheidungen, gesetzliche Vorgaben – und dann die entscheidende Frage gestellt: Wer ist eigentlich verantwortlich? Land, Landkreis, Kommune, Träger oder die Kita selbst?

Dieser Moment war zentral. Denn Verantwortung sichtbar zu machen, heißt auch: Veränderung möglich zu machen. Als es darum ging, zu priorisieren, wurde es still im Raum. Wenn nur zwei bis drei Themen sofort angegangen werden könnten – welche wären das?

Unsere Antworten waren eindeutig und kraftvoll, denn sie kamen von Menschen, die jeden Tag erleben, wo es brennt. Wir haben konkrete Forderungen formuliert – keine abstrakten Wünsche, sondern klare Erwartungen:

  1. Reales Personal Ausreichend Fachkräfte, um Ausfallzeiten wie Urlaub und Krankheit ohne Betreuungsausfall abzufangen.
  2. Ende der „8-Stunden-Falle“ Rückkehr der Finanzierung für Kinder mit langem Betreuungsbedarf, damit nicht länger Personal aus der Kernzeit in die Randzeiten abgezogen werden muss.
  3. Zeit für Qualität Refinanzierung mittelbarer Arbeitszeit (Vorbereitung, Elterngespräche), damit diese nicht „von der Zeit am Kind“ abgeht.
  4. Faire Projektfinanzierung Projekte wie Sprach-Kitas müssen voll finanziert sein. Es kann nicht sein, dass Träger Geld mitbringen müssen, um staatliche Aufgaben zu erfüllen – wie ein Handwerker, der für seine eigene Arbeit draufzahlt.
  5. Starke Leitung & Fachberatung Freistellung für Management und eine gesicherte Begleitung durch Fachberatung für alle Einrichtungen.

Zum Abschluss ging der Blick nach vorn: Wie tragen wir das nach außen? Wie schaffen wir es, dass aus Worten Taten werden? Rund um den Aktionstag zum KitaKollaps im Mai werden wir lokal laut. In einigen Orten, wie etwa in Lübbenau, wird die Betreuung nach acht Stunden enden, um die fehlende Finanzierung sichtbar zu machen.

Diese Tage haben gezeigt: Wenn wir zusammenkommen, zuhören und den Mut haben, die Dinge beim Namen zu nennen – dann entsteht Bewegung. Jetzt liegt es an uns allen, diese Energie mitzunehmen. Für bessere Kitas und die Zukunft unserer Gemeinschaft.

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