AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V.

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Trommeln in Luckau

11.03.2014 Luckau.
Dank einem vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie gefördertem und in Zusammenarbeit mit dem Verband der Musikschulen Brandenburg angebotenem Projekt, findet seit Jahresbeginn wöchentlich das Musikprojekt „Instrumentalspiel mit dem Schwerpunkt Perkussion für Menschen mit Behinderung“ in der AWO Spreewaldwerkstatt in Luckau statt.
Foto AWO Spreewaldwerkstatt Luckau - Musikprojekt.JPG

Jeden Freitag freuen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Förder- und Beschäftigungsbereiches darauf, die Instrumente rauszuholen, um angeleitet durch die Musiktherapeutin, Martina Moriabadi von der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule e. V., rhythmisch aktiv zu werden. Dass diese Maßnahme angeboten werden kann, verdankt die Einrichtung einem vom Ministerium geförderten Projekt in Zusammenarbeit mit dem Verband der Musikschulen Brandenburgs.

Frau Moriabadi leistet hier mit Hilfe der Gruppenleiter intensive Förderarbeit.
Als  Einstieg nimmt sie Kontakt mit dem geistig behinderten Dennis auf, indem sie die Sprachmelodie seiner von Vorfreude zeugenden Laute wiederholt, abwandelt, mit ihm in einen Dialog tritt und so seine Aufmerksamkeit weckt.

Auf diese Art und Weise begrüßt sie nacheinander jede Teilnehmerin, jeden Teilnehmer der sechsköpfigen Gruppe, entsprechend seiner spezifischen Eigenheiten. So kann sie ungefähr das aktuelle Befinden einschätzen und darauf Einfluss nehmen. Da Rituale ein wichtiges Mittel zur Strukturierung zeitlicher Abläufe sind, gibt es ein Einstiegslied, den „Bärentanz“.

Dennis Lieblingsinstrument ist die Trommel. Voller Freude kann er mit dieser seinen Bewegungsdrang ausagieren und Spannungen abbauen. Die zarte Susann im Rollstuhl hält eine Rassel. Frau Moriabadi versucht immer wieder, sie zu aktivieren und zur Nachahmung zu bewegen, aber Susann scheint heute die Aktionen der anderen viel interessanter zu finden. Die gehörlose Cindy steht an einer großen Konga und lässt deren Vibrationen durch ihren Körper fließen. Sie genießt so sichtlich das Gemeinsamkeitsgefühl beim Musizieren in der Gruppe. René hat dieses mal die Bassklangstäbe erhalten. Er hat eindeutig das beste Taktgefühl der Gruppe. Einen vorgegebenen Rhythmus kann er gut halten und spielt sich, tief darin versunken, fast in Trance. Für Frank mit seinen sozio-emotionalen Auffälligkeiten als Autist, ist es schon ein riesiger Fortschritt, bei der Gruppe zu bleiben. Anschließend gelingt Frau Moriabadi sogar ein winziges „Zwiegespräch“ mit ihm über die Trommelstöcke. Solche Erfolge sind der Dank für viel Geduld, Ausdauer, Einfühlungsvermögen und auch für die Anstrengungen der regelmäßigen Weiterbildung. Und Linda, die ebenfalls in einem Rollstuhl sitzt, und das Xylophon bedient, ist einfach ein Ausbund von Lebensfreude sobald sie singen und musizieren kann. Fröhlich flattern ihre Hände durch die Luft voll Freude über den nächsten Programmpunkt: ein lustiges Mitmachlied mit Gitarrenbegleitung! Es ist äußerst interessant, die Intensität und Vielschichtigkeit dieser Arbeit zu beobachten.

Das Team der AWO Spreewaldwerkstätten Luckau freut sich sehr, mit seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an diesem äußerst wertvollen Projekt teilnehmen zu dürfen und möchten allen daran Beteiligten für ihren Anteil danken.


(Text/Foto: Annett Weyer/awo)

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