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Lotsendienst für Käpt'n Kind

01.02.2011 Lübbenau.
Das Netzwerk Gesunde Kinder in Dahme-Spreewald sowie im Norden des OSL-Kreises wird engmaschiger geknüpft. Lob gibt es für die brandenburgweit einmalige Konstellation im Spreewald von der Charité in Berlin.

Das Kind ist der Käpt'n, weit vor seiner Geburt. Da gibt es mit dem Strampler an Mutters Bauchdecke erste Kommandos, und das hört dann so schnell nicht auf. Auf dem Weg hinaus aus dem Hafenbecken und hinein in die Welt braucht das Kind Lotsen. Eltern sollen das sein, oft auch Großeltern - und es können auch die Paten vom Netzwerk Gesunde Kinder sein. »Paten sind die Lotsen für die Orientierung, um Angebote zu kennen und Vorbehalte abzubauen«, sagt Dr. Ragnhild Münch, Koordinatorin des Netzwerkes am Klinikum Dahme-Spreewald. Die Einrichtung in Königs Wusterhausen und Lübben hilft über die Kreisgrenze hinweg in Lübbenau beim Knüpfen eines engmaschigen Netzwerkes. Dabei arbeiten die Paten freiwillig, genau so, wie Familien die Hilfe freiwillig in Anspruch nehmen. »Wir schreiben nichts vor, und wir sind keine Klugscheißer«, sagt Beate Bruhn, Koordinatorin in Lübbenau.

Etwa 90 Prozent der jungen Mütter aus dem Norden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz entbinden in Lübben, die anderen in Altdöbern oder Cottbus. Die Hilfe liegt nahe. »Die es am dringendsten brauchen, wissen es oft am wenigsten, was es an Hilfen und Unterstützung für Familien gibt«, sagt Ragnhild Münch. Dabei werden die jungen Familien, die den Lotsendienst in Anspruch nehmen, nicht in die übliche Kategorie der Bedürftigen oder »Problem-Familien« eingereiht. Dem Netzwerk und den von ihm geschickten Paten geht es um Zuwendung, Information, Beratung, Hilfe. Da wird an Vor- und Nachsorge-Untersuchungen gedacht, an Ämterangebote, Hilfeleistungen, Fördermöglichkeiten.

»Das Klinikum Dahme-Spreewald ist für uns ein idealer Kooperationspartner«, sagt Heidi Wenzel, eine von drei Koordinatorinnen bei der Arbeiterwohlfahrt in Lübbenau. 14 Paten stehen derzeit für den Norden des OSL-Kreises zur Verfügung, die im Moment 30 Familien betreuen. Im kreisübergreifenden Netzwerk sind 80 Paten aktiv, die mehr als 180 Kinder unter ihren Fittichen haben, oft auch Freund der Familie geworden sind. Die Tätigkeit der Paten sei jedoch nicht so zeitaufwendig, wie viele glaubten. Elf Besuche in drei Jahren seien das Mindestmaß; viele treffen sich jedoch öfter, weil sich Freundschaften entwickelten.

Dennoch werden weitere Paten gesucht. »Gerade auf dem Land sind uns Mitstreiter willkommen«, sagt Ragnhild Münch. Räumliche Nähe kann manches erleichtern.

Jetzt soll das Netzwerk seine Verknüpfungen nach Vetschau, Calau und Altdöbern zustande bekommen. »Wir wollen offensiv in die Städte und Gemeinden«, erklärt Heidi Wenzel.

Dabei wird Kontakt zu Kindertagesstätten und Tagesmüttern gesucht. Diese kommen zum einen als Paten in Frage, zum anderen aber können sie in den Einrichtungen bei Eltern und Großeltern für das Netzwerk werben. Ein schönes Argument für die Hilfe ist das gesunde Aufwachsen von Käpt'n Kind. Das hat die Berliner Charité erkannt und bei einer Prüfung dem Spreewälder Netzwerk nach nur einem Jahr Aufbauzeit eine sehr gute Arbeit bescheinigt.


Zum Thema:
Das Netzwerk Gesunde Kinder für den Norden des OSL-Kreises und für den Landkreis Dahme-Spreewald ist eines von 23 im Land Brandenburg. Kontakt: OSL-Nord: Katja Hilbert, Beate Bruhn, Arbeiterwohlfahrt Lübbenau, Tel: 03542 891632, e-Mail: gesunde-kinder@awo-bb-sued.de.Dahme-Spreewald: Ragnhild Münch, Klinikum Dahme-Spreewald in Lübben, Telefon 03375 288403, e-Mail: gesunde-kinder@klinikum-ds.de.

Von Jan Gloßmann (Lausitzer Rundschau)

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