AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V.

Sie befinden sich hier: StartseiteUnser Verband / Geschäftsstelle / FB Werkstätten für Menschen mit Behinderung 

Ergänzende Information

Fachbereichsleitung

Claudia Hub

Claudia Hub

AWO Spreewaldwerkstätten
03542 8944-11
[E-Mail anzeigen]

Zertifiziert!

DeuZert_Siegel_AZAV Bildung_4c.jpg

Der AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V. ist zugelassener Träger der AWO
Spreewaldwerkstätten nach Recht der Arbeitsförderung. Der Nachweis über die Anwendung eines Systems zur Sicherung der Qualität gemäß § 2 Abs. 4 der Rechtsverordnung AZAV wurde erbracht. Alle relevanten Forderungen der Rechtsverordnung AZAV wurden überprüft und sind erfüllt.

Informationen

Fachbereich Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Fachbereichsleitung
Claudia Hub
Wolfgang Luplow

  • Konzeptionelle Ausrichtung
  • Förderung von Menschen mit Behinderung
  • Berufliche Bildung
  • Arbeitsmarktpolitik
  • Fördermittelmanagement
  • Projektkoordination
  • Deutsch-polnische Zusammenarbeit

Berufsfördernde Bildungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderung

In der inhaltlichen Ausrichtung der Arbeit mit Menschen mit Behinderung geht es den AWO Werkstätten darum, ein soziales Umfeld der Arbeit zu schaffen, dass der Förderung und der Erhaltung der Gesundheit dient. Wir stellen dabei ein Klima her, bzw. erhalten es aufrecht, in dem Sicherheit, Verlässlichkeit, Vertrauen, Verständnis, Autonomie, Flexibilität und Offenheit herrschen. Der Mensch mit Behinderung ist eine selbstbestimmte Persönlichkeit. Wir verstehen
die Klienten als gleichwertige Gesprächs- und Verhandlungspartner, die ihren Rehabilitationsprozess so weit wie möglich selbst steuern.

In einer weitestgehend realistischen Umgebung wird ein auf das Individuum zugeschnittenes Rehabilitationsprogramm entwickelt. Dieses wird gemeinsam mit dem Klienten in Form eines individuellen Bildungsplans im interdisziplinären Team, bestehend aus Sozialarbeitern, Heilpädagogen und Fachkräften zur Arbeits- und Berufsförderung erarbeitet und in regelmäßigen Abständen diskutiert und fortgeschrieben. Das soziale Umfeld, im Besonderen Angehörige und Betreuer, werden in den Rehabilitationsprozess einbezogen, es sei denn, der Rehabilitand wünscht dies ausdrücklich nicht.

Ein besonderes Augenmerk wird, unter Einbeziehung von Unterstützungs- und Hilfesystemen, dabei auf die Aktivierung von Selbsthilfepotentialen gerichtet. Die Erfahrungen in den AWO
Werkstätten haben gezeigt, dass bei einer ganzheitlichen Vorgehensweise wesentlich bessere Rehabilitationserfolge erzielt werden konnten.

Die Werkstätten für Menschen mit Behinderung verstehen unter handlungsorientiertem Lernen, dass die Aufgabenstellungen jeweils an den berufsförmigen Kontext gebunden sind und sich auch an den Arbeiten der verschiedenen Fachbereiche, die die Werkstatt als Erwerbstätigkeit anbietet, und den Anforderungen möglicher inklusiver Tätigkeiten orientieren. Es werden Aufgabenstellungen zur Wissensvermittlung und Fertigkeitsverbesserung angeboten sowie Handlungs- und Relevanzbezug zum Arbeitsprozess beinhalten. Wir glauben auf diese Art und Weise Rahmenlehrpläne zu entwickeln, die den tatsächlichen Anforderungen einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gerecht werden und sich dem umfassenden Anspruch auf Bildung verpflichtet fühlen.

Eingangsverfahren in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Im Eingangsverfahren wird ermittelt, welche berufsfördernden und ergänzenden Maßnahmen zur Rehabilitation in Betracht kommen, für welche Tätigkeit der Mensch mit Behinderung geeignet ist, bzw. ob die Werkstatt die geeignete Einrichtung zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben im Sinne des § 40 SGB IX ist. Das Eingangsverfahren findet in den Räumlichkeiten der Werkstätten statt.

Die Erstellung einer umfassenden Eingangsdiagnostik und beruflichen Anamnese ist die Basis einer zielgerichteten Rehabilitationsmaßnahme, die den Bedürfnissen des Klienten und dessen Stärken und Fähigkeiten weitestgehend entspricht und die Feststellungen aus den Vorgutachten ergänzt. Basierend auf diesen Erfahrungen, der beruflichen Anamnese und der vorhandenen Kenntnisse, wird ein den Bedürfnissen des Klienten gerecht werdender individueller Eingliederungsplan erstellt. Dieser Eingliederungsplan ist eine Momentaufnahme nach dem Eingangsverfahren und unterliegt dem Einzelfall.

Der Eingliederungsplan wird als eine verbindliche Vereinbarung zwischen den Teilnehmern der berufsfördernden Bildungsmaßnahme und den Werkstätten für Menschen mit Behinderung geschlossen. Dies setzt voraus, dass der Teilnehmer an dem Eingliederungsplangespräch beteiligt ist, dass er den Eingliederungsplan inhaltlich mitgestaltet und dass dieser dann von allen Beteiligten getragen wird. Wird im Eingliederungsplan zunächst eine berufliche Orientierung als Eingliederungsziel formuliert, so wird diese in mindestens zwei Berufsfeldern durchgeführt.

Berufliche Bildung von Menschen mit Behinderung

Die Berufsbildungsmaßnahme orientiert sich an der Vereinbarung über das Rahmenprogramm für das Eingangsverfahren und den Berufsbildungsbereich in den WfbM sowie dem Fachkonzept für das Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich. Gesetzliche Grundlagen sind § 40 SGB IX und §4 WVO. Nach erfolgreicher Beendigung des Eingangsverfahrens schließt sich nahtlos die Berufsbildungsmaßnahme an. Die Leistungen im Berufsbildungsbereich erhalten Menschen mit Behinderung, um die Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit soweit wie möglich zu entwickeln, zu verbessern und wiederherzustellen.

Es geht in der ersten Phase darum, ein möglichst umfassendes, ressourcenorientiertes Bild der Leistungsfähigkeit und der Fertigkeiten des Teilnehmers zu bekommen. Das Selbstwertgefühl und das Arbeitsverhalten wird gefördert und stabilisiert, die Motivation bezüglich der beruflichen Bildungsmaßnahme gestärkt und zielgerichtet. Im Berufsbildungsbereich wird die im Eingangsverfahren begonnene fachspezifische Unterweisung fortgesetzt. Je nach individuellem Bildungsziel wird der Rehabilitand auch an komplexere Sachverhalte und Auftragsarbeiten der Arbeitsbereiche der WfbM, sowie des inklusiven Tätigkeitsbereiches herangeführt. Hierzu gibt es obligatorisch Arbeitserprobungen in der Praxis im Rahmen von Praktika.

Zum Abschluss der Berufsbildungsmaßnahme findet ein Bildungsplangespräch statt, in dem nochmals die gesetzten Lernziele mit dem Erreichten verglichen und für den weiteren beruflichen Werdegang Wünsche und Perspektiven erarbeitet werden. Als Vorlage dient der Individuelle Bildungsplan auch zur Fortschreibung beruflicher Bildungsziele im Arbeitsbereich der AWO Werkstätten bzw. in inklusiven Tätigkeitsbereichen über die Dauer der Berufsbildungsmaßnahme hinaus.

Arbeitsbereiche für Menschen mit Behinderung

Die AWO Werkstätten für Menschen mit Behinderung verfügen über ein möglichst breites Angebot an Arbeitsplätzen zur Ausübung von geeigneten Tätigkeiten für Menschen mit Behinderung. Diese Bereiche sind in der Regel auf die Erbringung von Dienstleistungen und die Abwicklung von Produktionsaufträgen durch die Werkstatt ausgelegt und entsprechen einerseits den Erfordernissen der Arbeitswelt, tragen andererseits aber auch den besonderen Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung Rechnung.

Wenn möglich, wird für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung der AWO Werkstätten - bei geeigneten Voraussetzungen - der Übergang in eine inklusive Beschäftigung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt angestrebt. Dies geschieht durch Praktika, Außenarbeitsplätzen in Betrieben, Integrationsprojekte und Probearbeitsverhältnisse.

Arbeitsbegleitende Maßnahmen

Die arbeitsbegleitende Maßnahmen orientieren sich an den Bedürfnissen des zu fördernden Personenkreises und an der primären Aufgabenstellung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Sie umfassen die Bereiche Sport, Elementarbildung und Kulturtechniken, künstlerisches Gestalten, und lebenspraktische Förderung. Die arbeitsbegleitende Maßnahmen dienen der beruflichen und sozialen Rehabilitation sowie der Weiterentwicklung der Persönlichkeit in ihren verschiedenen Dimensionen. Dabei verfolgen die angebotenen arbeitsbegleitende Maßnahmen folgende Ziele:

  • Arbeitsfähigkeit erhalten und verbessern
  • Schlüsselqualifikationen verbessern
  • soziale Kompetenzen fördern
  • Selbstwertgefühl und die Selbständigkeit stärken
  • Kulturtechniken ausbauen oder erhalten
  • kreatives Gestalten fördern
  • lebenspraktische Fähigkeiten verbessern
  • eigenverantwortliche Lebensgestaltung fördern
  • körperliche Leistungsfähigkeit verbessern oder erhalten

Förderung und Betreuung von Menschen mit schwerster mehrfacher Behinderung

Nicht jeder Mensch mit Behinderung ist von seinen Fähigkeiten und Kompetenzen den Anforderungen einer Werkstatt gewachsen. Diejenigen, die einen erhöhten Betreuungs- und Förderaufwand haben, finden in Fördergruppen eine tagesstrukturierende Beschäftigung und eine individuell zugeschnittene Förderung.

Die Fördergruppen sind nicht nur für Schulabgänger der Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ offen, sondern auch für Menschen, die bereits älter sind, unabhängig von der Art ihrer Vorförderung.

Grundsätzlich richten sich die Angebote der Fördergruppen an Menschen, die nicht, noch nicht oder nicht wieder die Fähigkeiten besitzen, an der beruflichen Bildung bzw. den Arbeitsbereichen der Werkstätten für Menschen mit Behinderung teilnehmen zu können. Die Förderung besitzt immer einen ganzheitlichen Charakter und schließt zum Beispiel auch die Förderung der sozialemotionalen Kompetenzen, aber auch die Teilnahme an angemessenen Arbeitsangeboten mit ein.