AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V.

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Erster Fachtag "Kommunikation im Kitaalltag" des Fachbereiches Kinder und Jugend in Lübbenau

17.11.2012 Lübbenau
Am 17. November 2012 fand der erste Fachtag des Fachbereiches „Kinder und Jugend“ des AWO Regionalverbandes Brandenburg Süd e. V. statt. Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeiterwohlfahrt nahmen auch zahlreiche pädagogische Fachkräfte anderer Einrichtungen teil. Insgesamt zeigten sich fast 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr interessiert am Thema „Kommunikation im Kitaalltag“.
in kleineren Gruppen konnte zielgerichtet informiert werden

Neben freien Beraterinnen u. a. aus der Sprachberatung trugen insbesondere Frau Dr. Frauke Hildebrandt (Berliner Büro für Philosophie und Bildung),  Frau Prof. Annette Dreier (Prof. FH Potsdam) sowie der Dipl.-Psychologe Manuel Siemon (Leiter der AWO Erziehungs- und Familienberatungsstelle Zossen) zum Gelingen der Veranstaltung in den einzelnen Workshops bei.

Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Fachbereichsleiterin Katja Hilbert. Sie stellte die Dozentinnen und Dozenten vor und nutzte die Eröffnung zur Würdigung der bisherigen Arbeit in den Kindertagesstätten „Der Fachtag ist eigentlich eine Art Bergfest, er symbolisiert die Halbzeit unseres Bildungsplanes. Sie alle haben bisher viel umgedacht, entwickelt und verändert“.

Unter den Dozentinnen war auch die Tochter von Regine Hildebrandt; Dr. Frauke Hildebrandt, welche unter anderem zum Thema „Sprachbildung im Kitaalltag“ referierte. Mit der Darstellung von Forschungsergebnissen zur Kommunikation in der Kindertagesstätte, vermittelte sie, dass direkte Anweisungen und Informationsvermittlungen die Regelmodelle der Interaktion mit Kindern sind. Nach weiteren Inhalten, wie das „zeitgemäße Bildungsverständnis nach Hanke“ und der aktuellen Sprachförderkonzeption in Brandenburg, wurden Grundregeln im Dialog mit Kindern erörtert und anschließend in praktischen Übungen verfestigt.

Verteilt auf die Räumlichkeiten der AWO Spreewaldwerkstätten, dem Marie-Juchacz-Haus sowie dem Regine-Hildebrandt-Haus in Lübbenau fanden insgesamt sechs Workshops statt:

Im Workshop „Bindung und Kommunikation“ zeigte Frau Prof. Dr. Annette Dreier, wie wichtig eine gelungene Eingewöhnungszeit für Krippenkinder ist. „Das Feingefühl, mit dem man dem Kind und den Eltern begegnet, ist von hoher Bedeutung.“ so Jana Benz, Kitaleiterin der AWO Kita „Hörlitzer Straße“. Der Workshop machte ihr wieder einmal mehr bewusst, wie wichtig eine Eingewöhnungszeit von vier Wochen für das Kind ist.

Frau Dr. Frauke Hildebrandt widmete sich im Workshop „Philosophieren mit Kindern“ gemeinsam mit den Anwesenden Fragen, z. Bsp. „Um was geht es beim Philosophieren?“, „Wie kann man philosophische Gespräche in der Praxis umsetzen?“.

Ein weiterer Workshop hieß „Bedürfnisorientierte Kommunikation“. Durch Ausprobieren der Gefühlskarten für Kinder, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwas über das Kartenset zur gewaltfreien Kommunikation erfahren. Sonja Henning aus der AWO Integrations-Kita „Spielspaß“ in Königs Wusterhausen fasste für sich zusammen: „Ich fand es gut, dass mir noch einmal klar wurde, wie wichtig es ist, sich seiner eigenen Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu sein, um dann auch mit dem entsprechenden Einfühlungsvermögen auf die die Kinder eingehen zu können.“

Im Workshop „Gespräche mit Eltern führen“ zeigte Dipl.-Psychologe Manuel Siemon anhand von Praxisbeispielen und nachgestellten Szenen auf, welche Haltungen und Kommunikationsregeln in Gesprächen mit Eltern wichtig sind. Erzieherinnen der Integrationskita in Lübben waren sich einig, dass „die Themensammlung aus der Praxis mit anschließendem Fallbeispiel helfen, Konfliktsituationen mit den Eltern besser zu bewältigen.“

„Dialog und Partizipation“ so das Thema des fünften Workshops.
Sabine Beyersdorff lud ein, sich den Film „Schminken von Kindern“ anzuschauen und sich der Frage zu stellen, was dieser mit Dialog und Partizipation zu tun habe? Schnell wurde klar, dass die Beteiligung der Kinder im gesamten Alltag eine unerlässliche Pflicht aller pädagogischen Fachkräfte sei: „Wir müssen nicht um die Rechte der Kinder kämpfen, wir müssen sie ihnen zugestehen.“, so Frau Beyersdorff. Frau Schmidt, Erzieherin aus der AWO Kita „Horthaus“ in Senftenberg nannte ihre Teilnahme an diesem Workshop eine „geistige Praline“.

In der sechsten und letzten Workshoprunde erläuterte Elske Hildebrandt, zweite Tochter von Regine Hildebrandt, die „Meilensteine der Sprachentwicklung“.

Das dieser erste Fachtag ein durchweg gelungener war, vermitteln die Worte der Dozentin Beyersdorff: „Ich fand heute eine Menge engagierter Frauen und Männer, die an einem Samstag zu diesem Fachtag kommen und so lebendig sind. Ich erlebte ein hohes Niveau und fundiertes Wissen.“