AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V.

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AWO Brandenburg trauert um Ehrenvorsitzenden Christoph Eigenwillig

30.08.2019
Am Dienstag, den 20. August 2019, ist der langjährige Ehren-, Landes- und Regionalvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Christoph Eigenwillig, im Alter von 84 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben. Zahlreiche Dienste und Einrichtungen der AWO in der Region des südlichen Brandenburg aber auch darüber hinaus gehen auf seine Initiative zurück und belegen, wie sehr er sich zeitlebens für ein lebens- und liebenswertes Brandenburg verdient gemacht hat.

„Christoph Eigenwillig hat Generationen von Menschen mit seinem kritischen Geist und seiner Aufrichtigkeit beeindruckt. Auch für mich waren seine Haltung und Wirkung immer etwas Besonderes.“, erklärt Anne Baaske, Geschäftsführerin des AWO Landesverbandes Brandenburg e.V., und würdigt den verstorbenen Ehrenvorsitzenden als einen der angesehensten Vordenker der Sozialpolitik: „Das stete Bestreben, hilfebedürftige Menschen in das gesellschaftliche und berufliche Leben zu integrieren, diesen Prozess voran zu bringen und diesen Menschen Teilhabe zu ermöglichen, prägten das Leben und die Arbeit von Christoph Eigenwillig.“

Der am 21. Dezember 1934 in Niederschlesien geborene Christoph Eigenwillig kam 1945 in den Wirren des Krieges in die Region des südlichen Brandenburg, die für den Rest seines Lebens seine zweite Heimat werden sollte. Seine Leidenschaft galt der Arbeiterwohlfahrt sowie dem Engagement für die Belange und Lebenssituationen der Menschen im Land Brandenburg. Auch beruflich hatte er sich den Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen Unterstützung in unserer Gesellschaft brauchen, verschrieben.

Christoph Eigenwillig war bis 1975 als Lehrkraft tätig, zunächst in Schulen in Werchow/Calau und Vetschau, dann ab 1956 an der Hilfsschule in Lübbenau. 1975 wechselte er von der Volksbildung ins staatliche Gesundheitswesen und wurde Leiter zweier rehabilitationspädagogischer Einrichtungen sowie eines Rehabilitationszentrums. Im wiedervereinten Deutschland war er von 1990 bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 2009 Leiter der Förderschule für geistig Behinderte in Kittlitz. Nicht nur in seinem beruflichen Wirken begleitete ihn stets der starke Wille zur Veränderung und unermüdliche Einsatz für die Anerkennung sowie wirksame und gleichberechtigte Teilhabe der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft.

In der Wendezeit erkannte Christoph Eigenwillig, dass diese Ziele nur gemeinsam erfolgreich erreicht werden können. Seinen Grundgedanken folgend engagierte er sich ab 1990 federführend für die Wiedergründung der Arbeiterwohlfahrt in den Regionen des Landes Brandenburg und den späteren Zusammenschluss der Arbeiterwohlfahrt im vereinigten Deutschland. Bereits 1992 war er Vorstandsmitglied des AWO Landesverbandes Brandenburg e.V. - von 1995 bis 2008 dessen Vorsitzender. 1993 wurde er Vorsitzender des AWO Regionalverbandes Brandenburg Süd e.V.

Christoph Eigenwillig war kein Mensch, der Wert auf Auszeichnungen legte. Er war bodenständig - ein Mensch, der anpackte. Dennoch wurde ihm 2007 für seine besonderen Verdienste um die Arbeiterwohlfahrt sowie sein seit 1989 anhaltendes kommunal- und regionalpolitisches Engagement das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. 2008 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des AWO Landesverbandes Brandenburg e.V. und 2016 zum Ehrenvorsitzenden des AWO Regionalverbandes Brandenburg Süd e.V. ernannt.

„Nicht zuletzt mit seinem Einsatz für die Wiedergründung der Arbeiterwohlfahrt und Ausrichtung als moderner Wohlfahrtsverband, der sozialpolitisch in Staat und Gesellschaft wirkt, hat Christoph Eigenwillig bleibende Spuren hinterlassen.“, betont Anne Baaske und unterstreicht: „Christoph Eigenwillig konnte auf ein langes, erfülltes Leben zurückblicken.“

Christoph Eigenwillig starb am 20. August 2019 im Alter von 84 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit.

Wir verneigen uns vor dem unvergleichlichen Lebenswerk von Christoph Eigenwillig. Mit ihm verliert das Landes Brandenburg einen herausragenden Engagierten und wir einen unvergesslichen Mitstreiter sowie Wegbereiter der Arbeiterwohlfahrt. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.